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Pressestimmen
Weitab vom einfachen Hüftgewackel und "nackten Bauchszenen" zeigte die Tänzerin gekonnt Ihre Tänze....
Der Höhepunkt der Silvesterveranstaltung dürfte die "Deutsche Vizemeisterin" im Bauchtanz, Silke Falk, gestaltet haben mit Ihrer wahrhaft grandiosen Show......
Der
Tanz der gefallenen Engel
Die Tanz-Gala „1001 Tanzfantasien“ bot Orientalischen Tanz
in seiner ganzen Vielfalt
NÜRTINGEN. Orientalischer Tanz, das ist Anmut und Eleganz, Sinnlichkeit und
Leidenschaft. Er ist aber auch Körperbeherrschung in Perfektion. Wahre Könner
dieses Tanzes in all seinen Spielarten standen am Freitagabend in der Nürtinger
Stadthalle K3N auf der Bühne: Das Duo Shabanna bot hier zusammen mit
Schülerinnen und Gaststars in einer mitreißenden wie ausgefallenen Show einen
Einblick in die Geschichte und Vielfalt des Orientalischen Tanzes.
Mit Dschinni Nicole Kümmerle ging es zunächst in den Sultanspalast: Klassisch
orientalisch eröffnete das Duo Shabanna, das 2009 und 2010 Vizemeister der
deutschen Meisterschaften im Orientalischen Tanz wurde, den Abend. Silke Falk
alias Shaheena und ihre Partnerin Shenan (Claudia Rosendo-Martins) tanzten zum
Auftakt eine elegante Choreografie der Ikone des Orientalischen Tanzes, Farida
Fahmy. Auch Gaststar Artemis mit einem modern angehauchten Stocktanz und die
Schülergruppen „Alyiah“ und „Rakshanda Almas“ zeigten zunächst die
traditionellen Varianten des Tanzstiles, den die Reda-Troupe in den 60er-Jahren
von Ägypten aus in die Welt trug. Ein Glanzpunkt auch der Auftritt von Svenja
Habiba: Bei ihrem begeisternden Trommelsolo passte jeder Shimmy und Akzent.
Dass der Orientalische Tanz viele Stilelemente aus anderen Folklorerichtungen
beinhaltet, zeigte unter anderem die hochgewachsene, elegante Tänzerin Mayyadah
mit einer orientalisch angehauchten Version des Ungarischen Tanzes von Johannes
Brahms, zu dem sie über die Bühne wirbelte. Und auch die quirlige Bseisa mit
ihrer temperamentvollen Choreografie „Gypsi“ begeisterte das Publikum. Über
Andalusien und Hawaii ging es weiter nach Afrika, das die Gastgeberinnen mit
erdigen Rhythmen und Bewegungen in einer gelungen Fantasie-Choreografie
umsetzten. Im zweiten Teil des Abends standen die modernen Spielarten des Raks
Sharqi im Fokus. Kokett und mit einem frechen Augenzwinkern flitzte Bseisa als
Bill Ramseys „Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe“ über die Bühne. Mystisch und
mit Anleihen aus dem Modern Dance hingegen wurde es bei dem Projekt „Dunjamar“,
bei dem neben Svenja Habiba die Nürtingerin Angela Hack und Ramona Jahoda
(Göppingen) zu der Vertonung des Rilke-Gedichtes „Die Welt, die monden ist“ mit
Nina Hagen tanzten. Düster und zu tiefen, wummernden Bässen ließ sich das Duo
Shabanna für ihren Ausflug in den Gothic-Bellydance in zwei Särgen auf die Bühne
bringen – sehr zur Verunsicherung des Publikums.
Als gefallene Engel, in Leder und Ketten gewandet, tanzten sie zu dunklen,
harten Beats – aber auch das fällt heute unter den Oberbegriff Orientalischer
Tanz ebenso wie der „Tribial Fusion“ der Gruppe Rakshanda Almas, einer aus den
USA stammenden Tanzform. Auch der „Burlesque-Bellydance“ gehört zu den neueren
Spielarten. Wasserstoffblond und mit knappen Korsetts krönte das Duo Shabanna in
Anlehnungen an die Burlesktänzerinnen wie Dita von Teese einen
abwechslungsreichen Abend mit erstklassigen Solistinnen und sehenswertem
Showtanz, der vom Pop über Rock und Hula alles bot – wenn auch nicht immer der
Geschmack des Publikums dabei voll getroffen wurde. Schade zudem, dass die Ausleuchtung der Bühne bisweilen zu wünschen ließ. So blieb Solistin Mayyadah bei ihrem Ungarischen Tanz am Bühnenrand im Halbdunklen. Für Silke Falk, die auch als Solistin glänzte, ging mit der großen Abendshow ein Wunsch in Erfüllung. Herzensangelegenheit für die sympathische Tänzerin war es, dass dieser Abend auch Spenden für das Hilfsprojekt „Target“ von Rüdiger Nehberg einspielte. Er setzt sich mit diesem Projekt gegen die Verstümmelung weiblicher Genitalien ein, die in vielen Ländern, insbesondere in Afrika, nach wie vor gang und gäbe ist. Rund 150 Millionen Frauen sind betroffen, jedes dritte Mädchen stirbt bei dem martialischen Ritual. „Dieses Thema ist nur selten in der Öffentlichkeit, deshalb möchte ich mich dafür einsetzen“, erklärt sie. |